"In der Zeit vom 13.07.2026 - 09.08.2026 ist das Bürgerhaus wegen der Sommerferien geschlossen. In dem Zeitraum findet kein Training statt."
Als Mitglied im Berliner Schachverband melden wir für die Saison 2026/2027 drei Mannschaften in der Berliner Mannschaftsmeisterschaft. An neun Wettkampftagen messen wir uns mit unseren Gegnern. Wir freuen uns über jeden, der auch Lust auf Mannschaftssport hat und mit uns versucht ein gutes Ergebnis für unseren Verein zu erzielen.
Innerhalb unserer Abteilung suchen wir über ein Jahr hinweg unseren Vereinsmeister und ergänzen unsere Trainingstage mit einem Schnellschachtunier am letzten Dienstag im Monat.
Unsere Kinder- und Jugendabteilung ist sehr aktiv legt den Grundstein für einen langen Fortbestand unserer Abteilung.
Alle aktuellen Trainingstermine findest Du im Kalender. Unsere Trainings- und Spielstätte findest Du im Bürgerhaus Neuenhagen in den Vereinsräumen der 1.OG.
Wir freuen uns über jeden interessierten Schachspieler.
Ansprechpartner und Abteilungsleiter ist Uwe Tröger.
Unser Clubraum:
Bürgerhaus Neuenhagen
Vereinsraum 3 (1. OG)
Hauptstraße 2
15366 Neuenhagen
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Dr. Emanuel Lasker rehabilitiert

Vor einem Jahr wurde an dieser Stelle über die Depromotion Emanuel Laskers durch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) während der Zeit des Nationalsozialismus berichtet.
Weitere Informationen: Emanuel Lasker depromoviert – aber noch nicht rehabilitiert
Daraufhin entstanden mehrere voneinander unabhängige Initiativen, die sich an die FAU mit der Bitte wandten, den akademischen Status Emanuel Laskers erneut zu prüfen. Neben der Emanuel-Lasker-Gesellschaft engagierten sich auch eine Gruppe von Privatpersonen aus dem akademischen Bereich sowie weitere Einzelpersonen.
Rechtlich galten die während der NS-Zeit ausgesprochenen Depromotionen aufgrund der nach 1945 erlassenen Kontrollratsgesetze von Anfang an als unwirksam. Mehrere deutsche Universitäten haben dies in den vergangenen Jahren zusätzlich durch Beschlüsse ihrer akademischen Gremien ausdrücklich bekräftigt.
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nahm das Gedenken an die politisch motivierten Depromotionen in ihre Promoviertenfeier am 11. Juli 2026 auf. Universitätspräsident Prof. Dr. Joachim Hornegger ging in seiner Ansprache besonders auf die persönlichen Folgen dieser Maßnahmen ein. Ein von der Universität produzierter Kurzfilm verdeutlichte dies am Beispiel des Schachweltmeisters Emanuel Lasker.

Prof. Hornegger zitierte aus dem Rehabilitationsbeschluss, der im April und Mai 2026 von den Fakultätsräten und dem Senat verabschiedet worden war. Darin wird festgestellt, dass der Entzug akademischer Grade aus ideologisch motivierten Gründen nach freiheitlich-demokratischer Rechtsauffassung von Anfang an nichtig und damit unwirksam gewesen ist. Emanuel Lasker wird ausdrücklich in der beigefügten Namensliste aufgeführt.
Anschließend hatten die angereisten Gäste bei einer Führung mit dem Archivar der FAU, Dr. Wachter, Gelegenheit, die mit Lasker verbundenen Orte in Erlangen kennenzulernen.

Teilnehmer der Gedenkveranstaltung in Erlangen (von links): Prof. Ullrich (Koblenz), Rolf-Dietrich Beran (Berlin), Prof. Sieg (Marburg), Herr Thorn (Präsident Schachbund Bayern), Dr. Wachter (Archivar FAU), Frau Flores Bernholz (Schachjournalistin), Herr Weischede (Emanuel-Lasker-Gesellschaft), Frau Schalkhäuser, Prof. Rott (Regensburg), Frau Prof. Haverkamp-Rott (LMU München), Frau Rosenthal und Prof. Rosenthal (Zürich).
Im Anschluss führte Dr. Wachter die Gruppe durch Erlangen – vorbei an zwei Wohnadressen von Max Noether, dem Doktorvater Laskers, über das Hotel Kaiserhof, in dem Lasker während seines Promotionsverfahrens wohnte, bis zur alten Universitätsbibliothek. Dort konnten die Teilnehmer das Promotionsbuch, die Promotionsakte und die Entzugsakte einsehen. Unter dem Beifall der Anwesenden wurde der Rehabilitationsbeschluss anschließend der Akte beigefügt.
Der Kurzfilm, der Rehabilitationsbeschluss sowie weitere Fotos sind auf der Internetseite der Friedrich-Alexander-Universität abrufbar:
Würdigung von Verfolgten des NS-Regimes – FAU Erlangen-Nürnberg
Rolf-Dietrich Beran
Unser sehr geschätztes Mitglied Rolf-Dietrich Beran schreibt für Chessbase Schachartikel, die wir gerne der Allgemeinheit zugänglich machen möchten:
Lasker rehabilitiert
Schachbrettsteine
Innovationen
Lasker Geld
Lasker Depromotion
Der Dichter Christian Morgenstern
Aus alten Zeitungen:
Schach und Geld
Für Lasker war die soziale Lage eines Schachmeisters immer ein wichtiges Thema. Er hatte das Beispiel Wilhelm Steinitz vor Augen, der als Schachweltmeister viele Jahre auf höchstem Niveau spielte, wesentliche Impulse für die Weiterentwicklung des Schachspiels gab und trotzdem seine letzten Lebensjahre in großer Not verbringen mußte. Deshalb trat Lasker dafür ein, dass die Leistungen der Schachmeister entsprechend honoriert werden sollten. Er legte großen Wert auf die Ausgestaltung von Verträgen für Wettkämpfe und Turniere, insbesondere auf die finanzielle Seite.
Die folgenden Betrachtungen zum Thema Schach und Geld beziehen sich auf den Zeitraum bis 1930 des vorigen Jahrhunderts. Diese Jahre sind gekennzeichnet durch stabile wirtschaftliche Perioden, den ersten Weltkrieg, Inflation und Weltwirtschaftskrise. Aus heutiger Sicht kann man schwerlich beurteilen, welche Kaufkraft die in der Literatur angegebenen Beträge in ihrer Zeit hatten. Mit Hilfe von Umrechnungen soll der Versuch unternommen werden, hier eine Relation zur heutigen Euro-Währung herzustellen. (1)
Einige der damaligen Spitzenspieler arbeiteten neben dem Schach noch in einem Beruf und waren nicht unbedingt auf das Geld angewiesen. Als Ärzte praktizierten so z.B. Tarrasch und Berthold Lasker. J. Mieses redigierte Schachspalten in Tageszeitungen und organisierte Turniere. Vidmar war Ingenieur der Elektrotechnik und Hochschullehrer. Capablanca formal als Diplomat Kubas tätig, konnte sich völlig dem Schach widmen.
Curt von Bardeleben erbte ein großes Vermögen. Dank des Schachmäzens Leo Nardus, einem wohlhabenden Maler und Kunsthändler, mußten sich Janowski und Marshall keine Sorgen um ihren Lebensunterhalt machen.
Dagegen kämpften die reinen Berufsspieler buchstäblich gegen das Matt. Obwohl Sieger mehrerer Turniere und Mitarbeiter der Deutschen Schachzeitung, starb Schlechter an den Folgen von Krankheit und Unterernährung. Auch Emanuel Lasker war de facto Berufsspieler, denn die Bemühungen als Mathematiker eine dauerhaft Anstellung zu finden, blieben erfolglos. Seine Schacherfolge und die daraus resultierende finanzielle Unabhängigkeit ermöglichtem es ihm, sich auch anderen Beschäftigungen zuzuwenden. Durch Krieg und Inflation verlor er jedoch diese Unabhängigkeit und mußte ab 1933 wieder mit dem Schachspielen seinen Lebensunterhalt sichern.
Welche Möglichkeiten gab es, mit dem Schachspiel Geld zu verdienen?
Bei Schachturnieren konnten die Spieler für die ersten Plätze Geldpreise gewinnen, für besonders interessante Partien gab es Schönheitspreise. Manchmal erhielt ein Spieler aus dem unteren Tabellenbereich noch einen Preis, wenn er gegen die Preisträger das beste Ergebnis erzielt hatte. Um die Kampfeslust der Spieler anzuspornen, gab es manchmal für gewonnene Partien eine Bonuszahlung. (Petersburg 1909)
Es ist von einigen Turnieren bekannt, dass für die Teilnehmer die Reisekosten, Unterkunft und Verpflegung bezahlt wurden (Cambridge Springs 1904). Bei Turnieren ist auch die Dauer zu berücksichtigen, um die möglichen Preisgelder ins Verhältnis zum eventuellen anderweitigen Verdienstausfall zu setzen. So ist z.B. von Tarrasch bekannt, daß er Einladungen ablehnte, weil er sich um seine Arztpraxis kümmern mußte.
Einige Spieler konnten es sich leisten, vom Veranstalter ein „Antrittsgeld“ zu fordern, so z.B. Lasker bei WM-Kampf mit Tarrasch 1908.
Eine weitere Einnahmequelle waren Simultanveranstaltungen, bei denen die Zuschauer und Teilnehmer einen Betrag zahlen mußten, der sich natürlich nach dem Bekanntheitsgrad des Simultanspielers richtete. Lasker hat im Anschluß an internationale Turniere auf der Rückreise häufig Zwischenstationen eingelegt, um Simultanpartien zu spielen, z.B. Petersburg 1914.
Für Bücher und Zeitschriften, die von Spielern herausgegeben oder redigiert wurden, kann man die Preise mit heutigen vergleichen, aber entscheidend ist natürlich die Anzahl der verkauften Exemplare. Dies ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Bei einem gesicherten Absatz, z.B. als Vereinszeitung, ließ sich der Gewinn besser kalkulieren. („Der Schachwart“, Lasker)
Einige Tageszeitungen hatten eine regelmäßige Schachspalte, die manchmal auch weniger bekannten Spielern eine Einnahmequelle boten.
Emanuel Lasker hat mehrfach den Versuch unternommen, dass für Schachpartien ein Urheberrecht eingeführt wird. Er stellte das künstlerische Schaffen der Schachspieler mit Malern und Musikern in eine Reihe und forderte deshalb eine Gleichbehandlung. Zeitungen und Zeitschriften sollten nur noch gegen Honorar die Partien veröffentlichen dürfen. Er konnte sich damit aber nicht durchsetzen.
In der Tabelle sind beispielhaft einige genannte Einnahmequellen bzw. Preise aufgelistet.
| Zeitraum |
Veranstaltung/Bezugsobjekt/ Kategorie |
Name | Betrag zum Datum | Etwa in € heute | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| 25. April - 19.Mai 1904 | Turnier Cambridge Springs (2) |
Lasker 2./3. Platz |
$450 = 1890 M | 14.400 | |
| 17.8.-30.9. 1908 |
Weltmeisterschaft (3) In Düsseldorf/München |
Lasker – Tarrasch |
Antrittsgeld Lasker 7500 M Sieger 4000 M Verlierer 2500 M |
52.500 28.000 17.500 |
Damit der Wettkampf zustande kommt, verzichtet Tarrasch auf ein Antrittsgeld (2) |
| 1908 | Mitgliedsbeitrag pro Jahr (4) | Berliner Schachgesellschaft 1827 | 20 M | 140 | Die Spiellokale befanden sich in Gaststätten. Dafür war eine Saalmiete fällig, die durch Mitglieder finanziert werden mußte |
| 1908 | Spielmaterial (4) |
Schachbrett Staunton-Figuren |
1,25 M 4,75 M |
8,75 33,25 |
|
| Nov./Dez. 1908 | Wettkampf in Berlin (5) | Marshall-Mieses | 10x300 Mark | 10x2.100 | Jede Partie wurde um 300 Mark gespielt |
| April 1910 | Hauptturnier des Deutschen Schachbundes Hamburg (9) | C. Carls (2.Platz) | 400 Mark | 2.720 | |
| Ab 1911 im Verkauf | Spiel „Lasca“ (7) | Von E. Lasker entwickelt | 3 Mark | 20 | Lasker hat eine eigene GmbH zur Produktion des Spiels gegründet |
| 7.12.1913 | Vortrag und Simultan (Restaurant Rheingold) (6) | Lasker |
1 M Zuschauer 3 M Spieler |
7 21 |
Anzahl Spieler unbekannt, im allgemeinen 20 bis 30 Spieler |
| 1913-1914 |
Zeitschrift „Der Schachwart“ Auch Vereinszeitung der Berliner Schachgesellschaft |
Herausgeber E. Lasker | 2 M je Heft | 14 | Der Verlag gehörte Lasker |
| März/April 1922 |
Weltmeisterschaft Havanna (3) |
Lasker Capablanca |
$3.000 (Antrittsgeld) $9.000 (Verlierer) |
Wegen der Inflation eine Umrechnung nicht plausibel |
Beide Beträge für Lasker Abreise Amsterdam 16.2. Abreise Kuba 30.4. |
| 11.März/17.April 1924 | Turnier New York (2) | Lasker | $1500 1.Preis (etwa 6300 Reichsmark) | 31.500 |
Abreise Hamburg 28.2. Abreise USA 11.6. |
|
11.-25. Oktober 1928 |
Turnier des Berliner Tageblatt (8) |
Capablanca (1.Platz) |
2.000 RM | 8.400 |
(Zum Vergleich - Statistisches Jahrbuch 1926 für das Deutsche Reich: Monatsverdienst eines Maurers Jahr 1913 etwa 152 M und Jahr 1926 etwa 220 RM)
Rolf-Dietrich Beran
Quellen:
(1) Bundesbank: kaufkraftaequivalente-historischer-betraege-in-deutschen-waehrungen-data.pdf (Im Internet verfügbar)
(2) Norddeutsche Allgemeine Zeitung 9.4.1904 S.6
(3) Renette, Hans; “Emanuel Lasker: A Chess Biography with 1832 Games”; McFarland
(4) Jahresbericht Berliner Schachgesellschaft für 1908
(5) Norddeutsche Allgemeine Zeitung 22.11.1908 S.6 (A)
(6) Berliner Morgenpost 7.12.1913 S.13
(7) Norddeutsche Allgemeine Zeitung 8.12.1912 S. 10 (Anzeige)
(8) Wieteck, H.; „Schach im 20 Jahrhundert 1921-1930“; Edition Jung
(9) Norddeutsche Allgemeine Zeitung 7.8.1910 S.8
